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„koloniales Denken ENTlernen – rassismuskritisches Denken lernen“

    Zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung organisiert die Koordinationsstelle das Schulprojekt „koloniales Denken entlernen – rassismuskritisches Denken lernen“

    Es findet am 30., 31.01.2023 & 01.02.2023 im Perthes-Gymnasium statt und richtet sich an die Klassestufe 9.

    Um was geht es?
    Hier beschreibt Patricia Vester das Konzept:

    „Der Workshop besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil fragen wir, was der Kolonialismus war und warum er heute noch unser Leben und Denken prägt. Dabei erarbeiten wir uns, was es mit den Begriffen Kolonialismus, Dekolonisierung und Postkolonialismus auf sich hat. Schließlich schauen wir uns an Hand von Beispielen an, wie Museen, Politiker*innen, Universitäten und auch Schulen heute mit der kolonialen Vergangenheit und Gegenwart umgehen. Als Überleitung zum zweiten Teil werden wir auch fragen, wie Kolonialismus und Rassismus zusammenhängen. Der zweite Teil wirft die Frage auf, welche Rolle Rassismus in unserem Leben spielt: Ist meine Schule rassistisch? Wie spreche ich mit und über Menschen mit anderer Hautfarbe? Was hat Diversität mit Rassismus zu tun? Wer schreibt meine Schulbücher und kann ich das auch? Was hat die Geschichte von Edeka mit mir zu tun? Warum können Straßennamen verletzen? Wo kommt unser Wissen her? Innerhalb der Projektzeit wollen wir Antworten auf all diese Fragen finden und rassismuskritisch denken lernen. Gemeinsam forschen wir an der Geschichte des Rassismus. Wir folgen der Debatte um den neuen Track von Peter Fox und fragen, was eigentlich mit kultureller Aneignung gemeint ist. Wir hinterfragen unsere Wissensspeicher und versuchen uns an Objektgeschichten in Comicform. Wir teilen unser Wissen, sind einander Lehrende und Lernende und sammeln und produzieren gemeinsam Objekte und Anschauungsmaterial für ein interaktives Museum, das wir am Ende kreieren. Das Museum ist zugleich Präsentationsform aller Arbeiten, die im Workshop entstanden sind. Eine zuvor gestaltete Projektwerbung lädt die SchülerInnen ein, sich auf das Projekt einzustimmen.“

    Patricia Vester ist Schwarze Deutsche, Aktivistin, Diversity & Empowerment Trainerin der Antidiskriminierungsberatung, Illustratorin und Konzepterin u.a. für Schulprojekte zur Antidiskriminierung. Aktuell arbeitet sie als Artist in Residence für die Unis Jena und Erfurt zum kolonialen Erbe Thüringens, für Random House Verlag/Penguin Books Tupoka Ogette und an einer Museumsintervention für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

    Florian Wagner ist Akademischer Rat an der Universität Erfurt und auf die Geschichte des Kolonialismus und Antikolonialismus spezialisiert. Er ist zudem Schulbuchautor und Mitbegründer der Initiative Historiker*innen für ein Weltoffenes Thüringen.

    Die Veranstaltung wird gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung!